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Roosmarijn "Inside Out"

roosmarijnBratsche, Loopstation, Effektgeräte, Gesang – mehr braucht Roosmarijn nicht für ihren experimentellen, melodischen Pop. Eigentlich. Denn es ist die Experimentierlust der Musikerin, mit der die fünf Songs ihrer Debüt-EP „Inside Out“ sich von skandinavischer Songwriterelegie zu verträumten Nick-Drake-Momenten wandeln, eine organische Verbindung zwischen Klassik und Elektronik flechten und starken Emotionen Raum zum Durchatmen verschaffen.
Als Kind lernt Roosmarijn Geige, studiert bereits mit 17 an der renommierten Musikhochschule ArtEZ in Arnheim, um kurze Zeit später nach Utrecht zum Studiengang „Musican 3.0.“ zu wechseln. „Dort ging es weniger darum, in einem Stil virtuos zu sein, als darum deine eigenen Sachen zu entwickeln“, erzählt Roosmarijn. Perfekt für eine Künstlerin, die so sehr ihrer Intuition vertraut, dass sie auch mal unfertige Songs auf der Bühne spielt. In Utrecht beginnt Roosmarijn, ihre Kunstfertigkeit an der Bratsche auszubilden. Im Alter von 25 Jahren hat ihr Songwriting einen erstaunlichen Grad an Reife, Komplexität und Eigenständigkeit erreicht. Dies dürfte auch auf den reichen Erfahrungsschatz zurückzuführen sein, den sie auf den Konzertreisen in den Niederlanden, Deutschland, Österreich, Island, Großbritannien, Schweden und Frankreich sammeln durfte. Roosmarijn spielte das Melodica Festival und begleitete KünstlerInnen wie Town of Saints, Moddi und Meadows.
Es sind Musikerinnen wie Ane Brun, Anna Ternheim oder My Brightest Diamond die Roosmarijn dazu inspirieren, sowohl unabhängig als auch experimentell ihren Weg als Musikerin zu gehen. „Für Frauen ist es in der Musikbranche nicht immer einfach, relevant und eigenständig zu sein“, sagt sie, „aber diese Künstlerinnen haben mir gezeigt, dass man auch als Musikerin kreativ und erfolgreich sein kann.“
Die Loopstation mit ihren gesampelten und vervielfältigten Rhytmusgeräuschen bildet für „Inside Out“ genauso ein Fundament wie die Bratsche, deren dunkler, voluminöser Klang den ätherischen Songs ihre Tiefe verleiht. Hinzu kommen Klavier, Mandoline und Gitarre. Ihr Sound dürfe ruhig ein bisschen elektronisch sein, aber das Holz der Bratsche müsse man immer noch hören können. „Ich bin ja kein Danceartist, der live mit Drumcomputer arbeitet“, lacht sie. Roosmarijns Texte entstehen vor allem, wenn sie spielt, improvisiert. Und auf ihren Ausflügen in die Natur. „Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, mit vielen Tieren und unendlich viel Platz zum Spielen. Ich bin ständig draußen gewesen und bin es auch heute noch“, erzählt Roosmarijn und ergänzt, dass sie jedes Mal, wenn sie sich kreativ blockiert fühle, einen Spaziergang mache.
Freiräume finden, Platz schaffen für musikalische Experimente, nichts scheut die Holländerin mehr, als sich beschränken zu müssen: „Ich will offen sein für alle Möglichkeiten, sonst schaltet man auf Autopilot.“ Egal, ob zaghaft und verträumt oder energisch und dramatisch, bei Roosmarijn kann noch viel passieren. „Ja, sicher“, sagt sie voller Überzeugung, „aber einen Traum habe ich trotzdem: In zehn Jahren möchte ich mit einem großen Orchester auf der Bühne zu stehen, und meine Songs zu spielen.“ Ein Traum, der zweifellos Realität werden wird.
Tracks
1 Inside Out
2 Ghost
3 Blinded by the Night
4 Weary Memory
5 Hollow Heart
Roosmarijn „Inside Out“
What we call Records