Jan Koemmet „Löwenstern“

janDer bekennende Opern-Fan Jan Koemmet ist schon seit Jahrzehnten im Musikbusiness unterwegs. Einen besonderen Hang hatte er als Sologitarrist immer wieder zum Metal. Vor allem die Zeit beim deutschen Metal-Export Accept (Album: Restless and Wild ) schwebt wie ein Damoklesschwert über seiner musikalischen Karriere. Nach dem Ausstieg aus seiner letzten Metal-Band Lion Twin im Jahr 2015 wurde dieses Kapitel jedoch endgültig abgeschlossen und an eigenen Solo-Songs gearbeitet, die mit Metal nunmehr keinerlei Berührungspunkte mehr haben.

Außerdem war er einige Jahre als Gitarrist Mitglied im Starlight Express Orchester in Bochum und ist aktuell Tenor und Mitglied des Extrachors der Oper Wuppertal. Deutsche Texte mit viel Gefühl und Tiefgang, eingebettet in wundervolle Pop-Arrangements prägen Jans aktuelles musikalisches Universum. Ich fühle mich mit meinem neuen Projekt künstlerisch und musikalisch wesentlich freier, sagt Jan. Darüber hinaus ist es mir wichtig, dass ich die Texte in meiner Muttersprache kraftvoller und tiefgründiger erzählen kann. Darum ist es dann auch kein Zufall, dass er den legendären Rio Reiser, der nach seinem frühen Tod von der Presse als der deutsche Bob Dylan geadelt worden ist, zu einem seiner Vorbilder zählt.

Seine Texte sind von mythischen Geschichten aus der Bibel und der klassischen Antike, sowie von Autoren wie Rainer Maria Rilke, Franz Kafka, Friedrich Nietzsche, Hermann Hesse, Thomas Mann oder Milan Kundera inspiriert. Thematisch haben seine Songs oft einen autobiografischen Bezug oder sie sind politisch motiviert. Mich bewegen nicht nur meine eigenen Erlebnisse, sondern auch die Themen, die draußen in der Welt passieren, verdeutlicht der überzeugte Veganer und ehemalige linke Aktivist und nimmt Bezug auf die ehemals enge Verbindung zwischen Rockmusik und Gesellschaftskritik: Ich spreche darüber, informiere mich, schreibe Songs und bin insofern Teil jener Musik, die die Konflikte unserer Gegenwart anspricht. Das ist meine Aufgabe. Musikalisch kann Jan seine Musical-Phase nicht verleugnen: Viele Songs sind großflächig instrumentiert und man hört, dass Jan nicht nur eine Oper von Mozart, Strauß oder Wagner gehört bzw. gesehen hat. Ich kann gar nicht anders, als immer wieder auf diese klassische Struktur zurückzugreifen, um eine große Atmosphäre zu erschaffen, erläutert der Künstler. Die meisten Refrains seiner Lieder haben einen klaren Ohrwurm-Charakter. Ich möchte Songs erschaffen, deren Melodien leicht zu memorieren sind und textlich eine intellektuelle Tiefe mitbringen, betont Jan.

Diese Kombination der Gegensätze reizt mich bei meiner künstlerischen Arbeit. Loewenstern erscheint digital und als CD in einem hochwertigen, sechsseitigen Digipack mit 28seitigem Booklet und signiertem Kunstdruck-Plakat. Die darauf enthaltenen 12 Songs hat Jan Koemmet selbst komponiert, getextet, arrangiert, programmiert, produziert und zum größten Teil eingespielt. Auf der Bühne ist er ab November 2019 mit der Unterstützung von drei weiteren Musikern zu erleben. In diesem Kontext will er auch ein paar kurze Passagen seiner Lieblingsautoren rezitieren.

Tracks
1. Loewenstern
2. Nie wieder
3. Abschied
4. Heute Nacht
5. Erkenne dich selbst (Gnothi seauton)
6. Von den Sternen lernen
7. Wisst ihr noch?
8. Vaterlos im Mutterland
9. Josef K.
10. Alpha und Omega
11. Marie
12. Spiegelprinzessin
13. Gute Nacht (Hidden Track)

Jan Koemmet „Löwenstern“
Sonic Revolution

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