Luca Vasta “ Stella“

lucaHinter ihrem Debütalbum „Alba“ lagen bereits ein paar Monde, als Luca Vasta sich auf die Suche nach den Essenzen begab. Für die inzwischen 31-Jährige Frau war der Prozess des Ablegens von Ballast wie das Räumen eines Hauses. Ihres Hauses. Darin hatte sich, des vollkommen normalen juvenilen Hochmuts wegen, eine Menge angesammelt: Erinnerungen, Ängste, die Geister längst vergangener Liebesbeziehungen, ihre egozentrische Künstlerseele, die nach Anerkennung gierte, der unsichere Blick auf das was Pop sein soll, die vielen inneren, sich oft widersprechenden Stimmen, die zu wissen vorgaben, wer sie zu sein hat und natürlich der Nachhall des Vielen, was sie bereits als Sängerin, Songwriterin, TV-Moderatorin und Schauspielerin gesagt und gesungen hatte.

All das und noch viel mehr wurde auf den Prüfstand gestellt. Das Meiste flog raus, wurde entrümpelt und als Erfahrungswert ihres bisherigen Lebens in Briefform aufgeschrieben. In schwimmfähigen, versiegelten Gefäßen segeln ihre Notizen jetzt als Flaschenposten in die Ferne. Irgendwo hin. Ans andere Ende der Welt. Was bleibt ist das leere Haus, dessen Räume jetzt Möglichkeiten zu geschmackvollen Neubeleuchtungen bieten. Besser noch: entschlackt ist das Haus lebendiger, beweglicher. Die Reise jenseits der Statik und der vermeintlichen Vorzüge der Sesshaftigkeit hat begonnen. Luca Vasta kann inzwischen überall zuhause sein. In Berlin, im Bergischen, nahe Remscheid, wo sie aufwuchs, auf dem Gotthardmassiv, der ihre Sprachen Italienisch, Deutsch und Englisch verbindet, und auf Sizilien, der Insel, die ihr Vater Heimat nennt. Vor allem aber unter den Sternen. Welch wunderbares Freiheitsgefühl !

„Stella“, Luca Vastas neues Album, wurde an einem unspezifischen Ort geboren. Jenseits sprachlicher und nationaler Grenzen, gänzlich dem Vielfaltsgedanken zugewandt, fand Luca Vasta zu sich selbst, zu neuer Selbstbestimmung als Künstlerin, Sängerin, Komponistin und Charakter. Ein Merkmal, das ihre neuen Songs stolz und selbstbewusst nach vorne preschen lässt. „Ehe ich die Platte zusammen mit meinem Produzenten Philipp Steinke schrieb und konzeptionierte, hatte ich mir ein klares Ziel gesetzt: ich wollte etwas schaffen, was es in diesem Moment in dieser Form nicht gibt“, sagt Luca. Wie auch? Es gibt ja nur eine Luca Vasta, will man an diesem Punkt am liebsten einwerfen.

Aber es brauchte mehr als eine Zielsetzung. Lucas Mut, autonom von großen Plattenfirmen und Marketingleuten in jedem Punkt der Albumentstehung, von den Studiosessions, über die Cover-Gestaltung bis hin zum Foto-Shooting, Regie zu führen, zahlte sich aus. „Stella“ ist ein Musica Festa Italiana, weil in der Platte eben keine zeitgeistigen Italo-Klischees bedient werden.

Tracks
1 Modica
2 Old Italian Songs
3 Let Him Go
4 Scenes
5 Rosa
6 Oblivion
7 Stella
8 American Dream
9 Time
10 Melancholia
11 Sicilian Coast

Luca Vasta “ Stella“
Gelato Records

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