Bernhard Kellermanns literarisches Œuvre ist heute so gut wie vergessen. Der 9. November gehört zweifellos zu den Romanen, deren Wiederentdeckung sich lohnt. Die furiose Abrechnung mit dem wilhelminischen Kaiserreich mündet in einen Hymnus auf die Novemberrevolution von 1918, die den Weg für die erste deutsche Republik bereitete.

Kellermanns ambitionierter Versuch, die revolutionären Ereignisse als befreiende Zeitenwende in der kollektiven Erinnerung seiner Landsleute zu verankern, scheiterte. Aber sein flammendes Plädoyer für Frieden und Freiheit brachte dem Roman 1933 die höchste Auszeichnung ein, die die Nationalsozialisten zu vergeben hatten: Sie setzten ihn auf die Liste der Bücher, die unter dem neuen Regime verboten und verbrannt werden sollten.

Autor
Bernhard Kellermann
(1879–1951) war ein deutscher Schriftsteller und Bestsellerautor. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1913 mit dem Roman „Der Tunnel“. Weitere erfolgreiche Werke folgten. Während des Nationalsozialismus würden seine Bücher verbrannt, vergessen und boykottiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod in der DDR.

Der 9. November

Autor: Bernhard Kellermann
440 Seiten, gebunden
wbg Theiss
Euro 28,00 (D)
Euro 28,90 (A)
ISBN 978-3-8062-4617-9