Eine junge Frau wächst über sich hinaus – für das Wohl der Kinder.

Norderney 1962: Die junge Hanna fängt im Kindererholungsheim Strandhafer als Pflegerin an. Sie ist voller Hoffnung, einen Beitrag zum Guten in der Welt leisten und den kranken Kindern dort helfen zu können. Doch schnell merkt sie, dass das nicht so willkommen ist wie erhofft:  Oberschwester Margot leitet das Heim mit harter Hand, Hanna fühlt sich bald von der strengen Frau drangsaliert. immer stärker wird ihr Misstrauen: Wie kann solch eine herzlose Person die Aufsicht über kranke Kinder führen?

Hanna beginnt zu recherchieren. Dabei stößt sie auf immer mehr erschreckende Ungereimtheiten in der dunklen Geschichte des Heims. Sie muss sich entscheiden: wie gewohnt den Kopf einziehen oder für ihre Überzeugungen kämpfen. Und dafür alles riskieren.

Luise Diekhoff erzählt von der Emanzipation einer jungen Frau, die über die Aufarbeitung deutscher Geschichte über sich hinauswächst. Der historische Hintergrund ist erschütternd real, die Praxis der Schwarzen Pädagogik mit ihrem Glauben an Erniedrigung, Einschüchterung und Gewalt in der Erziehung hat in der Nachkriegszeit viele Kinder traumatisiert. „Gezeitenkinder“ erzählt die Geschichte einer mutigen jungen Frau, die sich dagegen auflehnt.

Autorin
Luise Diekhoff
studierte Literatur, Film und Geschichte, bevor es sie als Journalistin und freie Autorin nach Berlin zog. Neben dem Schreiben sind ihre Leidenschaften das Reisen und die Recherche. Norderney und seine bewegte Vergangenheit liegen ihr dabei besonders am Herzen, denn zum Thema von »Gezeitenkinder« hat sie einen ganz persönlichen Bezug: Ihre Mutter war dort in den Sechzigerjahren Kinderpflegerin in einem Kindererholungsheim. Ihre Berichte und Eindrücke haben Luise Diekhoff bei der Recherche sehr geholfen.

Gezeitenkinder
Autorin: Luise Diekhoff
400 Seiten, gebunden
Heyne
Euro 22,00 (D)
Euro 22,70 (A)
sFr 30,50 (UVP)
ISBN 978-3-453-27353-5