Josephine Davies Satori „How Can We Wake?“

Josephine Davies behauptet weiterhin ihre einzigartige Präsenz in der überfüllten Landschaft des internationalen Jazz mit der neuesten Veröffentlichung des renommierten Trio-Projekts, das sie seit 2016 unter dem Namen Satori entwickelt. Diese neueste Version vereint sie mit zwei der unkategorisierbarsten Talente Großbritanniens: Sowohl Dave Whitford am Bass als auch James Maddren am Schlagzeug verbinden ein furchterregendes Leistungsniveau mit einem unstillbaren Appetit auf Improvisation, der sie zu den perfekten Partnern in diesem Unternehmen macht.

Satori ist ein buddhistisches Wort, das einen Moment der Präsenz und inneren Weite bedeutet, weg von der Unordnung des Denkens. Diese Aufnahme fängt einen bestimmten Moment der Präsenz ein, während die Band eine Reihe von Stücken aufführt, die sich im Raum zwischen Komposition und achtsamer Spontaneität der kollektiven Improvisation befinden, vor einem begeisterten Publikum in der Oxford Tavern in Kentish Town. Davies ließ sich von den Schriften des indischen Weisen Patanjali inspirieren und schuf die Stücke für How Can We Wake? als Sätze melodischer und rhythmischer Parameter, die das Trio in der Hitze des gegenwärtigen Augenblicks erforschen kann. „Was zwischen uns im Trio passiert, basiert immer mehr auf kollaborativer Gruppenimprovisation: Die Melodien wollen eher unterschiedliche Seinszustände widerspiegeln als bestimmte festgelegte musikalische Ideen. Dave und James sind so unglaublich kreative Musiker, und das hat mich als Komponistin gelehrt zu erkennen, dass weniger mehr sein kann – sie haben beide so starke individuelle Klänge. James hat so viele verschiedene Stimmen und erzeugt eine konstante Bewegung um mich herum, während ich spiele, und Dave hat einen erstaunlich tiefen, geerdeten Bass-Sound. Sie sind magisch!“ Auf dieser bemerkenswerten Aufnahme vereinen Satori Kräfte, um einen Innenraum voller Melodie, rhythmischer Freiheit und einfühlsamem Zusammenspiel zu schaffen.

Jede Bewegung untersucht eine von Patanjalis‘ Definitionen von Seinszuständen und umfasst sowohl positive als auch negative Stimmungen, um zu reflektieren, wie „wir alle zwischen diesen verschiedenen Zuständen schwingen. Deshalb wollte ich live aufnehmen, damit alle Stücke miteinander in Beziehung treten können, wenn wir von einem zum nächsten wechseln.“ „Ananda“ ist der Zustand der Glückseligkeit – „Ich fühlte mich sehr ruhig und positiv, was für mich ziemlich ungewöhnlich ist da ich ein bisschen hektisch sein kann!“ Es geht in „Duhkha – Pervasive Dissatisfaction“ über, ausgedrückt durch eine aufregend dynamische Solo-Erkundung für Maddren am Drumkit. Als nächstes hat „Nirodha – the possibility of liberation“ eine sehnsüchtige Melodie, die durch den Dialog zwischen Whitfords tiefem, holzigem Bass und Davies warmem Tenorsaxophon wunderbar verwirklicht wird. „Mudita“ hat eine freudig respektlose Melodie, die von Ornette Colemans Golden Circle-Trios inspiriert ist – „Ich liebe diese Rohheit und Freiheit“ – und die sich zu einem ausgedehnten Schlag entwickelt, bei dem jeder das Stück in jede gewünschte Richtung nehmen kann. „Daya“ ist inspiriert von der Essenz des Mitgefühls, mit einem gewundenen Faden klagender Sopranistin, der sich über resonanten Bass windet, und geht in den kraftvollen, ungestümen Groove von „Klesha – affliction“ über, während das Trio von Turbulenzen zu einer endgültigen Aussage über Positivität arbeitet und eine spontane Wiederholung von „Ananda – Bliss“.

How Can We Wake ist die erste Zeile eines Gedichts, das von Davies‘ Mutter geschrieben wurde und unter den gegenwärtigen Bedingungen eine besondere Resonanz hat – unvorhergesehen, als das Album konzipiert und geschrieben wurde, aber jetzt von uns allen eine zusätzliche Wachsamkeit verlangt. „Ganz wach und lebendig zu sein und uns selbst und unserer Verantwortung zu stellen, könnte etwas sein, zu dem wir gezwungen sind, damit wir nicht wieder einschlafen können.“ Die kraftvolle Kombination aus furchtloser freier Improvisation und melodischem Einfühlungsvermögen dieser begabten Musiker schafft eine kraftvolle und zeitgemäße Aussage.

Tracks
1 Ananda: Bliss
2 Sutra 1
3 Duhkha: Pervasive Dissatisfaction
4 Sutra 2
5 Nirodha: The Possibility Of Liberation
6 Mudita: Joy
7 Daya: Compassion
8 Sutra 3
9 Klesha: Affliction
10 Ananda: Bliss (reprise)

Josephine Davies Satori „How Can We Wake?“
Whirlwind Recordings

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