Was ist so wichtig an Platons Atlantis-Bericht?

Die Lösung des Atlantis-Rätsels. Platons abenteuerlicher Bericht vom Aufstieg und Untergang der fernen Insel Atlantis ist ein Wissenschaftskrimi, ein Politthriller.

Platon war nämlich kein Geschichtsschreiber. Er war der größte Philosoph aller Zeiten. Und so hatte er mit der Atlantis-Story seinen Lesern etwas Wichtiges zu sagen. Nur verstand ihn Jahrtausende lang niemand. Weil er eben seine Botschaft verschlüsselt hatte. Also, wie war das überhaupt mit Atlantis?

Atlantis sei eine reiche und mächtige Insel vor der Meerenge zwischen Mittelmeers und Atlantik gewesen. Beim Griff nach der Weltherrschaft sei die riesige Streitmacht der Atlanter von einer mutigen Staatsmacht eines urzeitlichen Athens besiegt worden. Anschließend versank dieses Athen unter die Erde und Atlantis ging im Meer unter. Platons Ortsangaben waren jedoch nur vage. So suchten viele nach Spuren von Atlantis in aller Herren Länder und auch in den Tiefen aller Meere. Erfolglos. Andere hielten die Geschichte für erfunden. Allerdings, einen Sinn sah bisher niemand in der Geschichte. Warum wurde die Atlantis Story überhaupt geglaubt?

Platon lässt nun seine fraglos erfundene Atlantis-Geschichte für wahr ausgeben. Platon täuschte unbedarfte Leser mit einer der Wahrheit wohlgefälligen Geschichte, die mit dem Wirklichkeitsverständnis Unbedarfter übereinstimmt. Was wollte Platon uns mit seinem Atlantis-Bericht eigentlich sagen?

Der Atlantis-Text erwies sich als eine Schule des Denkens, um zu erkennen, dass es um Politik geht. Platon stellt im Atlantis-Bericht nämlich zwei Staatsformen einander gegenüber, die beide indirekt die Zustände und Tendenzen im seinerzeitigen Athen meinen: Atlantis als eine verkommene, totalitäre Königsherrschaft wie die der Perser und ein autoritäres, Sparta ähnliches Ur-Athen als die Herrschaft Weniger. Platon lässt schließlich beide Staatsformen untergehen. Was wäre nun eine Alternative? Das wäre eine Demokratie. Doch Platon wettert heftig gegen die Mängel einer Demokratie. Er befürwortet dagegen vehement seine Vision eines utopischen Staates. Sie ist ein Stände-Staat an dessen Spitze ein Philosophenherrscher steht und wo eine Wächterklasse Privilegien hat. Durchleuchtet man diese Staatsvision, so ist es ein kruder, menschenverachtender, autoritärer Kastenstaat nach dem Vorbild Spartas, dem Intimfeind Athens. Dennoch meinten bisher alle Gelehrte, dass diese Staatsutopie ein Statement Platons ernsthafter Meinung sei und dass Platon ein Gegner der Demokratie gewesen sei.

Da Platon das Ur-Athen, Abbild seiner Staatsutopie, untergehen ließ, ist diese Staatsutopie ebenfalls untergangswürdig und stellt sich damit als ‚Fake‘ heraus. Warum fielen alle Platon-Interpreten darauf rein? Diese falsche Meinung über seine politische Meinung erzeugte Platon durch übertrieben positives Darstellen seiner Staatsutopie und durch Herabwürdigen der Demokratie. So manipulierte Platon seine Leser, das Wahrscheinliche seiner Geschichte zu glauben, das dahinterliegende Wahre sollte nur Wenigen zugänglich sein. Doch diese autoritäre Staatsutopie war nur ironisch gemeint, und zu einer Ironie gehört nun einmal ein Gegenteil, auf das sie sich bezieht. Das ist hier eine gute, weise und gerechte Demokratie, das politische Credo Platons.

Und das wurde über 2350 Jahre lang nicht erkannt. Warum verbarg Platon seine wahre politische Meinung? Platon codierte seine wahre politische Überzeugung als Demokrat, denn er war in Sorge, zu enden wie Sokrates, der sterben musste, weil er Athener Spießbürger intellektuell wie moralisch bloßstellte. Peinlich dabei ist, dass vor allem deutsche Platon-Wissenschaftler wie Kulturträger auf Platons „Fake-News“ hereinfielen. Sie outeten sich durch ihre Bewunderung von Platons Staatsutopie selber als autoritär. Für die Deuter von Platons utopischem Staat lag es damit einfach außerhalb ihres Vorstellungsvermögens, dass Platon ein Demokrat war. Worum ging es Platon letztlich? Lesen Sie, was Platon von Demokratiegegnern hält.

Autor
Dr. Ing. Eugen Schweitzer hat die Fähigkeit, richtig zu fragen und richtig zu antworten. Mit Fleiß und Beharrlichkeit gelang es ihm, Platons Atlantis-Rätsel zu lösen. Er hielt sich streng an Platons Texte, erkannte Platons Denkstruktur, auch seine Denkmathematik und seinen Humor. So fand er die Lösung: Der Atlantis-Bericht ist eine Schule des Denkens und führt zu Platons Staatsutopie als Bekenntnis zur Demokrtie, der Staatsform ohne Alternative. Platon gab dieses politische Statement ab, weil die Demoratie in Athen in Gefahr war. Er verschlüsselte es, weil er nicht so enden wollte wie Sokrates, der wegen seines Einflusses auf die Jugend hingerichtet wurde.

Was ist so wichtig an Platons Atlantis-Bericht?
Autor: Dr. Ing. Eugen Schweitzer
216 Seiten, gebunden
Lit-Verlag
Euro 39,90 (D)
ISBN 978-3-643-14814-8
als Taschenbuch
224 Seiten, TB.
Independently published
Euro 19,99 (D)
ISBN 979-8-596-31725-1

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